Tierheilpraktiker – Behandlung von Tieren auch ohne Tiermedizin-Studium

Anders als bei der Ausbildung zum Tierarzt benötigt man für die Ausübung des Berufs Tierheilpraktiker kein Studium der Tiermedizin und dementsprechend auch keine tierärztliche Approbation. Die Bezeichnung Tierheilpraktiker ist in Deutschland nicht geschützt. Somit kann sich quasi jeder als Tierheilpraktiker bezeichnen. Auch die Berufsausübung ist hierzulande nicht gesetzlich geregelt. Die Fähigkeiten und der Kenntnisstand der einzelnen Tierheilpraktiker sind dadurch sehr unterschiedlich. Einige haben lediglich ein Wochenendseminar besucht, andere Tierheilpraktiker können hingegen eine mehrjährige Ausbildung nachweisen.

Der Bereich der Tierheilpraktiker hat sich aus dem Stand der Tierheilkundigen entwickelt und geht zurück auf die Zeit vor 1830, als die Universitätsreife noch keine Voraussetzung für den Besuch einer tierärztlichen Schule war. Im 20. Jahrhundert wurden die Tierheilpraktiker zunehmend durch die professionalisierten Tierärzte verdrängt. Heutzutage ist die Nachfrage nach Tierheilpraktikern und deren Methoden deutlich gestiegen. Da Alternativmedizin und Esoterik im Allgemeinen zunehmend an Bedeutung gewinnen, hat sich dies auch auf den Bereich der Tiermedizin übertragen. Beispielsweise kommen homöopathischer Mittel oftmals in der biologischen Landwirtschaft zum Einsatz.

Einsatzbereiche der Tierheilpraktiker

Tierheilpraktiker setzen bei der Behandlung auf alternative Methoden
Tierheilpraktiker setzen bei der Behandlung auf alternative Methoden - © fresh freddy by pixelio.de

Die Behandlung von Tieren mittels homöopathischer und pflanzlicher Mittel ist jedoch nur ein Bereich, den Tierheilpraktiker abdecken. Auch Akupunktur und weitere traditionelle und moderne Therapieverfahren werden von Tierheilpraktikern angewandt. Zudem stehen sie Tierhaltern beratend zur Seite, wenn es um Fragen der Fütterung und Haltung geht. Anders als Tierärzte unterliegen sie den Beschränkungen des Arzneimittelrechts und können somit keine rezeptpflichtigen Arzneimittel verwenden oder verschreiben und auch Impfungen und chirurgische Eingriffe dürfen nicht von Tierheilpraktikern vorgenommen werden.

Deutschlandweit existieren insgesamt sieben Berufsverbände für Tierheilpraktiker. Im Gegensatz zu Tierärzten, für die die Mitgliedschaft in einer Tierärztekammer vorgeschrieben ist, besteht für Tierheilpraktiker keine Pflicht sich in einem übergeordneten Verband zu organisieren. Auch dies liegt in der Tatsache begründet, dass der Beruf des Tierheilpraktikers im Rechtsverständnis nicht existiert, was bedeutet, dass es keine gesetzlichen Regeln und keine Mindestanforderungen für die Ausübung tierheilpraktischer Tätigkeiten gibt.

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