Studium Tiermedizin – Der Theorieteil

Tiermedizin gehört in Deutschland mit zu den beliebtesten Studiengängen, was auch dadurch deutlich wird, dass es etwa viermal so viele Bewerber wie Studienplätze gibt. In Deutschland bieten lediglich die Universitäten in Berlin, München, Hannover, Leipzig und Gießen den Studiengang Tiermedizin bzw. Veterinärmedizin an. In den vergangenen Jahren begannen hier insgesamt durchschnittlich 1080 Studenten pro Jahr, davon rund 75 Prozent Frauen, mit dem Studium.

Aufgrund der hohen Bewerberzahl ist eine direkte Bewerbung an einer der Universitäten nicht möglich, sondern es erfolgt eine zentrale Vergabe der Studienplätze durch die ZVS. Der Studienbeginn ist jeweils nur zum Wintersemester möglich. Voraussetzung um Tiermedizin zu studieren ist entweder die Allgemeine Hochschulreife oder eine fachbezogene Hochschulzugangsberechtigung, welche im Rahmen einer beruflichen Ausbildung erworben werden kann. Beispielsweise haben viele Studenten der Veterinärmedizin zuvor eine Ausbildung zum Tierarzthelfer absolviert.

Seit dem Jahr 2006 wird die Ausbildung durch die Neufassung der Verordnung zur Approbation von Tierärzten und Tierärztinnen (TAppV) geregelt. Die Regelstudienzeit im Studiengang Tiermedizin beträgt fünfeinhalb Jahre, also elf Semester. Dabei sind acht Semester für den theoretischen Teil vorgesehen und zwei Semester als praktisches Jahr. Das letzte Halbjahr dient in der Regel als Examenssemester.

Studium Tiermedizin – Studieninhalte

Die ersten vier Semesters des Tiermedizin-Studiums werden auch als „vorklinische“ Phase bezeichnet. Im Rahmen des sogenannten Vorphysikums erwerben die Studenten in den beiden ersten Semestern zunächst umfassende Kenntnisse in den Bereichen Chemie, Zoologie, Botanik und Physik. In den anschließenden zwei Semestern werden Anatomie, Histologie, Biochemie, Physiologie, Tierzucht, Genetik und Embryologie gelehrt und geprüft. Nach bestandenem Physikum folgen in den Semestern fünf bis elf die tierärztlichen Prüfungen, das sogenannte Staatsexamen, welches in sechs Blöcke unterteilt ist. Hier werden unter anderem Gebiete wie Parasitologie, Tierernährung, Tierseuchenbekämpfung, innere Medizin und Chirurgie gelehrt.

Der theoretische Teil wird durch eine umfassende praktische Ausbildung begleitet, deren Absolvierung eine Zulassungsvoraussetzung für das dritte Staatsexamen darstellt. Wurden alle Prüfungen bestanden und das dritte Staatsexamen abgeschlossen, können die Studenten ihre Approbation beantragen und sich nach deren Erteilung Tierarzt nennen.

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