Infektion mit dem Fuchsbandwurm auch bei Hunden, Katzen und Menschen möglich

Vom Fuchsbandwurm sind in Deutschland stellenweise bis zu 80 Prozent der Füchse betroffen
Vom Fuchsbandwurm sind in Deutschland stellenweise bis zu 80 Prozent der Füchse betroffen - © Ernst Rose by pixelio.de

Ein weitverbreiteter Parasit, der Haustiere, wie Hunde und Katzen befällt und auch auf den Menschen übertragen werden kann, ist der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis). In Deutschland ist die Verbreitung dieses Parasiten je nach Region sehr unterschiedlich und nimmt von Nordosten nach Südwesten hin deutlich zu. In Süddeutschland sind teilweise bis zu achtzig Prozent aller Füchse mit diesem Bandwurm infiziert, im Norden ist die Zahl betroffener Tiere deutlich geringer. Generell zählt die gemäßigte bis kalt-gemäßigte Klimazone in Nordamerika und Mitteleuropa zum Verbreitungsgebiet des Fuchsbandwurms.

Der Fuchsbandwurm durchläuft mehrere Entwicklungsstadien

Der häufigste Endwirt ist der Fuchs. Oftmals siedeln sich unzählige Fuchsbandwürmer im Dünndarm des Tieres an und ernähren sich hier von den halbverdauten Mahlzeiten des Fuchses. Der Fuchsbandwurm gehört zur Gruppe der kleinen Bandwürmer. Während manche Bandwürmer eine Gesamtlänge von bis zu zwanzig Metern erreichen können, hat diese Art lediglich eine Länge zwischen zwei und vier Millimetern bei einem Durchmesser von einem Millimeter. Der ausgewachsene Fuchsbandwurm ist in mehrere Körpersegmente, welche in der Fachsprache als Proglottiden bezeichnet werden, unterteilt. Der Kopfbereich ist mit etlichen Haken und Saugnäpfen ausgestattet, die dazu dienen, sich in den Darmzotten des Wirtstieres festzusetzen. An das Kopfsegment schließen sich ein bis zwei unreife Proglottiden an, in denen ein Satz der Geschlechtsorgane zwar vorhanden, aber noch nicht vollständig ausgebildet ist. Ein weiteres Segment beinhaltet den vollständig ausgeprägten männlichen und weiblichen Geschlechtsapparat. Den Abschluss des Fuchsbandwurmkörpers bildet die Endproglottis, welche die Eier enthält und dadurch stark vergrößert ist.

Der Lebenszyklus des Fuchsbandwurmes beinhaltet mehrere Generationen. Ausgangspunkt ist der erwachsene Bandwurm, der im Darm der Endwirte lebt. Über den Kot gelangen die Eier aus dem Körper des Wirtes und werden nun zufällig von Zwischenwirten wie Feldmäusen oder Bisamratten aufgenommen. Im Körper dieser Zwischenwirte befallen die Larven hauptsächlich die Leber und bilden hier ein tumorähnliches Larvengewebe. Wird ein infizierter Zwischenwirt von einem Endwirt gefressen, wachsen im Darm des Endwirtes aus den Larven neue Bandwürmer, welche anschließend mit der Produktion von Eiern beginnen. Der Übertragungskreislauf ist damit abgeschlossen.

Fuchsbandwurm – Haustiere sollten regelmäßig entwurmt werden

Neben Nagetieren kann auch der Mensch als Zwischenwirt mit dem Fuchsbandwurm infiziert werden. Da er die Infektion jedoch nicht an den Endwirt weitergibt, wird er als Fehlzwischenwirt bezeichnet. Ähnlich wie bei den infizierten Nagern bildet sich auch in den Organen infizierter Menschen tumorähnliches Gewebe. Zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit können jedoch bis zu 15 Jahre liegen.

Da sich Hunde und Katzen durch das Fressen infizierter Zwischenwirte ebenfalls mit dem Fuchsbandwurm infizieren können und ihn weiter auf den Menschen übertragen können, ist es vor allem bei Tieren, die häufig draußen sind ratsam, diese im Abstand von drei Monaten zu entwurmen. Wurmkuren gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen und zur Bekämpfung verschiedenen Wurmarten. Bei der Auswahl der geeigneten Wurmkur ist der Tierarzt gerne behilflich.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *